Kirche, die ihr Zelt bei den Menschen aufschlägt
„Wir träumen davon, uns als Christen aufzumachen zu den Menschen.“ Mit diesem Satz begann die Einladung zur Campingkirche 2026. Nicht in den eigenen Räumen bleiben, sondern dorthin gehen, wo Menschen ihren Sommer verbringen. Dorthin, wo Wohnwagen stehen und Zelte aufgebaut werden, wo Kinder über den Platz laufen, Familien Zeit füreinander haben und der Alltag für einige Wochen ein wenig weiter weg ist.
Wenn wir nun auf den Sommer 2026 zurückblicken, wird aus diesem Traum ein großes Bild: sieben Orte, 19 Teams, rund 160 Ehrenamtliche und unzählige Begegnungen. Allensbach/Markelfingen und Klausenhorn am Bodensee, Rastatt-Plittersdorf, Schellbronn, St. Leon-Rot, Titisee und die Ferienkirche Waldbrunn gehörten in diesem Sommer zu diesem Netzwerk einer Kirche unterwegs.
Sieben Orte – eine Campingkirche
An sieben ganz unterschiedlichen Orten wurde die Campingkirche Baden im Sommer 2026 zur „Gemeinde auf Zeit“. In Allensbach/Markelfingen am Bodensee verband sich die Campingkirche in besonderer Weise mit der Ausbildung angehender Diakoninnen und Diakone der Evangelischen Hochschule Freiburg. Auch am Klausenhorn war die Campingkirche am Bodensee präsent – dort sogar über vier Wochen. In Rastatt-Plittersdorf standen besonders Kinder und Familien mit den vielfältigen Angeboten der Campingkirche im Mittelpunkt. Schellbronn gehört zu den traditionsreichen Orten der Campingkirche und zeigt, wie diese Arbeit über viele Jahre von Menschen getragen und weitergegeben wird. Hier haben wir absolute Besucherrekorde gehabt. Ein Segen! In St. Leon-Rot entstand für drei Wochen Kirche mitten im Urlaubsalltag, während die Ferienkirche Waldbrunn im Odenwald noch einmal ihre ganz eigene Form dieser Kirche bei den Menschen lebte.
Eine besondere Situation gab es am Titisee. Nach dem Großbrand auf dem Campingplatz Bankenhof konnte die Campingkirche dort nicht wie ursprünglich geplant stattfinden. Das Team stellte sich auf die veränderte Situation ein und nutzte die Kurzwoche zum Zusammenwachsen sowie für punktuelle Angebote auf den benachbarten Campingplätzen Sandbank und Weiherhof. Gerade diese Erfahrung macht etwas Wesentliches der Campingkirche sichtbar: Kirche hängt nicht an einem bestimmten Zelt oder Programm. Sie entsteht dort, wo Menschen sich aufeinander einlassen und darauf vertrauen, dass Gott längst da ist.
So verschieden Allensbach, Klausenhorn, Rastatt, Schellbronn, St. Leon-Rot, Titisee und Waldbrunn waren – verbunden waren sie durch dieselbe Idee: hinauszugehen zu den Menschen, Gastfreundschaft zu leben, Zeit miteinander zu teilen und Räume für Begegnungen mit Gott zu öffnen. Aus sieben Orten wurde so Segen spürbar in einer großen „gemeinsamen Campingkirche“.
Segen, der bleibt
Überhaupt ist Segen eines der großen Worte dieses Sommers. Die Campingkirche lud an allen Orten ausdrücklich zur Taufe ein. Im Bodensee, im Titisee, am Baggersee oder im Freibad konnte sichtbar und spürbar werden, was die Campingkirche mit allen ihren Angeboten sagen möchte: Gottes Ja gilt einem Menschen nicht nur innerhalb von Kirchenmauern.
Vielleicht ist das am Ende der eigentliche Rückblick auf 2026. Wir könnten von Programmen erzählen, von Zelten und Wohnwagen, vom Basteln und Singen, von Gottesdiensten, Konzerten, TackleBall und Lagerfeuern. Von müden Mitarbeitenden am Abend, von Kinderlachen am Morgen, vom gemeinsamen Kochen, Abwaschen und Aufräumen – denn auch das gehört zum Leben der Teams.
Aber hinter all diesen Bildern stehen Menschen. Menschen, die ihre Ferien zur Verfügung gestellt haben. Menschen, die Verantwortung übernommen haben. Menschen, die gekommen sind, obwohl sie vielleicht mit Kirche sonst wenig anfangen können. Kinder, die eine biblische Geschichte gehört haben. Eltern, die für einen Moment Zeit hatten. Menschen, die ein Seelsorgegespräch gesucht haben. Menschen, die miteinander gebetet haben. Und Menschen, die sich haben taufen lassen oder neu darüber nachgedacht haben, welche Rolle Gott in ihrem Leben spielt.
Campingkirche ist deshalb vielleicht eine der ursprünglichsten und daher auch innovative Form von Kirche: Menschen teilen ein Stück ihres Lebens miteinander und vertrauen darauf, dass Gott längst da ist.
Nicht wir bringen Gott auf den Campingplatz.
Er ist schon dort.
Am Bodensee. Am Rhein. Im Nordschwarzwald.
In St. Leon-Rot. Im Schwarzwald am Titisee. Im Odenwald.
Wir haben uns aufgemacht.
Wir haben unsere Zelte aufgeschlagen.
Wir haben miteinander gelebt, gelacht, gearbeitet, gebetet und gefeiert.
Und wir durften erleben: Gott schlägt sein Zelt längst mitten unter den Menschen auf.
Wir haben unsere Zelte aufgeschlagen.
Wir haben miteinander gelebt, gelacht, gearbeitet, gebetet und gefeiert.
Und wir durften erleben: Gott schlägt sein Zelt längst mitten unter den Menschen auf.
Dafür sind wir dankbar. Für rund 160 Menschen, die Zeit, Kraft, Ideen und Glauben eingebracht haben. Für die Campingplätze, die ihre Türen geöffnet haben. Und vor allem für all die kleinen und großen Begegnungen, von denen viele in keiner Statistik und keinem Instagram-Post auftauchen werden.
Und so bleibt nach dem Abbau der letzten Zelte nicht einfach das Ende einer Saison. Es bleibt Segen. Und die Vorfreude darauf, auch im nächsten Sommer wieder aufzubrechen – als Kirche bei den Menschen. Melde dich gern wenn du mitarbeiten willst …
Göran John, Diakon, #ZuHauseBus Reisender, Neulandentdecker, Leiter der Campingkirche Baden






